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Wenn

es

nicht

mehr

anders

geht

Chirurgie

Es gibt Verletzungen, bei denen trotz intensivem Bemühen nur mehr ein Eingriff hilft. Die wohlbedachte Entscheidung zu einer Operation ist ein guter Ausweg, um die Funktionen und Schmerzfreiheit wiederherzustellen.

Operationen sind auch psychisch eine Herausforderung. Deshalb begleite ich Sie von Anfang an auf diesem Weg. Ich beantworte alle ihre offenen Fragen, kläre Sie über Risiken und Alternativen auf und bin vor, während und nach dem Eingriff für Sie da.

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Häufigste Fragen

Knie

Meniskusverletzungen: Seit Wochen tut mir beim Aussteigen aus dem Auto das Knie stark weh.


Ein Meniskus ist ein halbmondförmiges Gebilde aus Bindegewebe im Kniegelenk. Es gibt in jedem Gelenk zwei davon und zwar den Innen- und den Außenmeniskus. Die Menisken verteilen den Druck zwischen den Knorpeln des Oberschenkels und des Unterschenkels und Beugen einer frühzeitigen Abnützung des Gelenkes vor.

Ursache:

Bei einer übermäßigen Verdrehung des Knies können die Menisken (ein)reißen. Das reizt das Kniegelenk, es schwillt an und schmerzt. Auch eine bloße Abnützung kann die Menisken (ähnlich wie Knorpel) ausdünnen und gleichfalls zu (Ein-)Rissen führen. Unbehandelte verletzte Menisken können ihre Funktion als Druckverteiler nicht mehr ausüben. Die Folge sind frühzeitige Abnützungen (Arthrosen) des Kniegelenks.

Diagnose:

Der Verletzungsverlauf lässt Rückschlüsse zu. Die Untersuchung gibt weitere Hinweise. Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) liefert Bilder der konkreten Verletzung.

Therapie:

Je nach Form und Lage der Verletzung wird ein nicht-operatives oder operatives Vorgehen empfohlen. Bei Verletzungen ausschließlich im Inneren des Meniskus ist meist keine Operation notwendig.

Operation:

Die Operationen erfolgen alle minimalinvasiv gelenkspiegelnd (dh. arthroskopisch). Meist reichen zwei kleine Schnitte, um mit einer Kamera ins Kniegelenk zu sehen. Der defekte Anteil des Meniskus kann vorsichtig z.B. mit einer kleinen Stanze geglättet werden oder es wird der Riss wieder vernäht. Abhängig davon ist nach der Operation eine ruhigstellende Schiene notwendig, oder nicht.




Vorderer Kreuzbandriss: Ich habe mir beim Skifahren/Fußballspielen das vordere Kreuzband gerissen. Muss ich das operieren lassen?


Für die Stabilisierung des Kniegelenks sind einige Muskeln und Bänder wichtig. Die Kreuzbänder sichern das Kniegelenk besonders bei Verdrehung und Verschiebung des Unterschenkels gegen den Oberschenkel.

Ursache:

Leider kann es - besonders bei stark kniebelastenden Sportarten wie z.B. Skifahren und Fußballspielen, aber auch bei anderen Aktivitäten - zu einem Riss der Kreuzbänder kommen. Meist ist hier das vordere Kreuzband betroffen.

Diagnose:

Direkt nach dem Riss kommt es naturgemäß zu Schmerzen, auch eine Schwellung des Kniegelenks ist vom Patienten meist zu beobachten. Nach Rückgang dieser Beschwerden fällt dem Patienten in typischer Weise eine Instabilität des betroffenen Kniegelenks auf.

Die Untersuchung beim Arztbesuch wird meist mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) unterstützt, auf deren Bildern man einen Riss des vorderen Kreuzbands gut erkennen kann.

Therapie:

Hier gibt es (wie in der Medizin so oft) die Möglichkeit einer nicht-operativen Therapie und der Operation. Die nicht-operative Therapie besteht aus physiotherapeutischer Betreuung, bei der ein Hauptaugenmerk auf die Muskelkräftigung gelegt wird, um das Knie wieder ausreichend zu stabilisieren.

Operation:

In seltenen Fällen kann das Kreuzband genäht werden, dies funktioniert jedoch nur kurz nach der Verletzung.

Bei den meisten Kreuzband-Operationen bekommt der Patient einen Ersatz des gerissenen Kreuzbands. Dieser Ersatz wird oft aus Sehnenmaterial des Patienten (z.B. aus dem Oberschenkel) selbst entnommen und in ein- und derselben Operation dort, wo das alte Kreuzband vorher gelegen ist, wieder eingesetzt. Es ist nach der Operation meist keine Ruhigstellung mittels Schiene oder ähnlichem notwendig. Nach ca. 10 Tagen kann die Nahtentfernung erfolgen. Es sollte gleich im Anschluss mit aktiver Physiotherapie begonnen werden. Erwähnenswert ist, dass die intensiv durchgeführte Physiotherapie nach Operationen mindestens genauso wichtig ist, wie die Operation selbst, um ein gutes Ergebnis zu erlangen.





Schulter

AC-Gelenk: Ich bin beim Radfahren gestürzt und man hat mir gesagt, dass ich einen Bänderriss am AC-Gelenk habe. Was heisst das? Ich kann seither eine Stufe oben an der verletzten Schulter tasten.


Eine häufige Verletzung im Bereich der Schulter ist die Verletzung des Gelenks zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt. Dieses Gelenk ist mit einer Kapsel und mit Bändern gesichert.

Ursache:

Meist ist ein Sturz beim Radfahren oder einer anderen Sportart die Ursache. Es kommt durch die Kräfte, die beim Sturz auf dieses Gelenk wirken entweder zu einer Zerrung oder zu Einrissen von Bandstrukturen, die für die Stabilität des Gelenks wichtig sind.

Diagnose:

Der Unfallmechanismus lässt Rückschlüsse zu, weiters ist die Untersuchung beim Arztbesuch, unterstützt von Röntgenaufnahmen ausreichend, um die Verletzung zu diagnostizieren.

Therapie:

Je nach Ausmaß der Verletzung (wieviele Bänder wie stark eingerissen sind) und abhängig vom individuellen Bedarf des Patienten ist die Therapie nicht-operativ (Schulterverband zur Ruhigstellung) oder operativ.

Operation:

Falls eine Operation vorgeschlagen wird (diese sollte innerhalb von ca. 3 Wochen nach Verletzung stattfinden), dient diese zur Stabilisierung des Gelenks, wobei hier verschiedene Techniken zur Anwendung kommen können. Ob diese Operation als gelenkspiegelnder oder offener Eingriff durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab (z.B. ob weitere Verletzungen im Bereich des Schultergelenks vorliegen). Nach der Operation ist ein ruhigstellender Verband für 3 Wochen notwendig, in dieser Zeit sollte schon eine passive Physiotherapie beginnen.




Schulter-Sehnenplatte (Rotatorenmanschette):

Ich habe einen Riss der Rotatorenmanschette, muss man das operieren?


Die sogenannte Rotatorenmanschette ist eine flächige Sehnenschichte, die unterhalb des von aussen sichtbaren Schultermuskels direkt oberhalb des Oberarmknochens liegt und in diesen einstrahlt. Sie ist für die Bewegungen des Schultergelenks sehr wichtig und ergänzt die Funktion vom großen Schultermuskel.

Ursache:

Sehnengewebe kann - ähnlich wie Knorpelgewebe - mit der Zeit abnützen und damit ausdünnen. Es können so - mit oder ohne erinnerliche Verletzung - Risse in dieser Schicht entstehen.

Diagnose:

Es gibt bestimmte Untersuchungen, die Hinweise auf Risse der Rotatorenmanschette geben können. Zusätzlich kann man sich mit einem Ultraschallgerät in der Ordination und auch mittels Magnetresonanztomographie (MRT) ein Bild vom Verletzungsmuster machen.

Therapie:

Die Lage, Form und Größe des Risses ist entscheidend, welche Art von Therapie empfohlen wird. Viele Risse der Rotatorenmanschette können ohne Operation behandelt werden. Hier ist die Physiotherapie ein wichtiges Instrument, da dadurch Beschwerden bestimmter kleiner Risse durch Kräftigung der umgebenden Strukturen ausgeglichen werden können. Je nach Aktivitätslevel und Art des Risses gibt es jedoch Fälle, in denen eine Operation ein besseres Ergebnis erzielen kann.

Operation:

Die Operation kann, wie viele andere Operationen an der Schulter gelenkspiegelnd (das heisst arthroskopisch) durchgeführt werden. Hier werden statt grossen Schnitten bei der Operation nur einige kleine Schnitte verwendet, um eine Kamera und kleinstes Werkzeug in die Schulter zu führen. Man kann hier den Riss mit Nähten verschliessen, damit die Funktion der Rotatorenmanschette wieder hergestellt werden kann.

Nach der Operation ist meist eine Ruhigstellung des Armes für bis zu 5 Wochen notwendig ist. Dies ist notwendig, um eine Einheilung der Nähte zu ermöglichen. Erst danach dürfen aktive physiotherapeutische Übungen durchgeführt werden.

Daraus folgt, dass eine zufriedenstellende Beweglichkeit des Schultergelenks oft erst 2-3 Monate nach der Operation eintritt. Dies ist besonders bei Patienten im aktiven Berufsleben zur Terminplanung eine wichtige Information.




Schulterluxation: Ich bin auf die Schulter gestürzt und habe mir die Schulter ausgerenkt. Muss man das operieren?


Der Bau des Schultergelenks lässt eine große Bewegungsfreiheit des Armes zu. Dies hat jedoch zur Folge, dass man sich das Schultergelenk leichter ausrenken kann, als andere Gelenke.

Ursache:

Ursächlich kann sowohl eine angeborene Erkrankung des Schultergelenks sein, bei der die Weichteile des Schultergelenks unverhältnismäßig locker sind oder auch ein Sturz, bei dem der Oberarm aus der Schulterpfanne herausspringt. Es kann durch das Herausspringen einerseits die Lippe der Gelenkspfanne beschädigt werden, weiters kann durch das Verhaken des Oberarms an der Pfanne der knöcherne Anteil des Oberarmkopfes oder der Pfanne beschädigt werden.

Diagnose:

Einerseits gibt es spezielle Untersuchungen beim Arztbesuch, die auf eine Instabilität hinweisen können, weiters kann man mittels Röntgen oder Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomogaphie (MRT) Bilder zur Einschätzung der Situation anfertigen lassen.

Therapie:

Meist geschieht die Reposition des Oberarms sofort von selbst oder aber in einem Unfallspital. Ob danach eine nicht-operative oder operative Behandlung vorgeschlagen wird, hängt einerseits davon ab, ob es eine angeborene Ursache gibt (dh. ob der Oberarm ohne Sturz "von selbst" herausgesprungen ist) oder ob der Oberarm durch einen Sturz aus dem Gelenk herausgesprungen ist. Weiters hängt das Vorgehen von den Begleitverletzungen bzw. vom Funktionsanspruch des Patienten ab.

Operation:

Die meisten Operationen werden arthroskopisch (dh. gelenksspiegelnd) durchgeführt. Es wird die abgerissene Lippe oder das knöcherne Bruchstück wieder an der Schulterpfanne befestigt. Nach der Operation ist eine Ruhigstellung der Schulter ist meist für 3 Wochen notwendig, um die Heilung des Gewebes zu fördern. Danach ist eine physiotherapeutische Betreuung von besonderer Wichtigkeit.